Die Übernahme der Industrieroboter

Was ist unter einem Industrieroboter zu verstehen?

Laut VDI-Richtlinie 2860 sind Industrieroboter universell einsetzbare Bewegungsautomaten, deren Bewegungen hinsichtlich Bewegungsfolge und Wegen bzw. Winkeln frei (d. h. ohne mechanischen Eingriff) programmierbar und ggfs. sensorgeführt sind. Sie sind mit Greifern, Werkzeugen und anderen Fertigungsmitteln ausrüstbar und können Handhabungs und/oder Fertigungsaufgaben ausführen.

Sie fragen sich bestimmt woraus ein Industrieroboter besteht? Also generell sind immer folgende drei Bestandteile wiederzufinden: Der Roboterarm, oder auch Manipulator gennant, die Steuerung sowie einem Werkzeug beziehungsweise Greifer.

Für die Programmierung der Roboter gibt es keine Vorgaben, welche Programmiersprache einheitlich verwendet werden soll.

Wann entstand der erste Industrieroboter?

In meinem Artikel „Die unglaubliche Geschichte der Automaten“ bin ich schonmal auf den Ursprung der Industrieroboter eingangen. Hier nochmal kurz ein paar Informationen.

Der offizielle Erfinder und Initiator ist der amerikanische Ingenieur George Devol. Jedoch gab es im Jahr 1951 einen weniger bekannten Vorreiter namens Raymond Goertz. Dieser entwickelte einen Industrieroboter für den Einsatz in radioaktiven Reaktoren. Im Jahr 1954 konnte Devol dann, mit seiner Firma Unimation, den ersten Industrieroboter „Unimate“ auf den Markt bringen, der sich um das Entnehmen und Vereinzel von Spritzgussteilen im Produktionsprozess kümmern sollte.

In der Automobilbranche war Mercedes-Benz damals, im Jahre 1970, der Vorreiter mit dem Einsatz von Industrieroboter. Seitdem wurden in den letzten 50 Jahren über 2 Millionen Exemplare verkauft. Tendenz steigend. Spitzenreiter in der Beschaffung und Verwendung von Industrieroboter sind die Japaner und Südkoreaner.

Anwendungsbereiche

Diese Art von Roboter wurde speziell für den Bereich der Industrie konstruiert und findet beispielsweise Anwendung in Automobilkonzernen. Jedoch werden diese Art von Roboter auch in den meisten Fertigungsbetrieben. Im folgenden finden Sie eine Abbildung, die die Anwendungsbereiche der Industrieroboter genauer beschreibt. Das geniale an einem Industrieroboter oder generell Roboter ist, dass es reicht diese einmal zu programmieren, damit sie ohne zu meckern die Befehle automatisiert ausüben.

Industrieroboter

Auswahlkriterien für Industrieroboter

Wie die obige Abbildung zeigt, gibt es für verschiedene Anwendungsbereiche unterschiedliche Industrieroboter mit dementsprechend verschiedenen Funktionen. Um den optimalen Industrieroboter für seine Zwecke zu finden müssen Unternehmen vorab Kriterien für die Auswahl von Industrieroboter festlegen. Allgemein kann nach folgenden Kriterien selektiert werden:

  • Arbeitsbereich
  • Traglast
  • Aufstellvarianten
  • Taktzeit
  • Genauigkeit der Industrieroboter
  • Energieversorgung
  • Umgebungsbedingungen

Beim Arbeitsbereich muss beachtet werden, dass der Roboter in seiner Position und Höhe optimal aufgestellt wird, damit in seinem Arbeitsbereich alle Komponenten problemlos erreichen kann. Bei der Traglast der Industrieroboter ist die maximale Traglast sowie die Distanz zum Werkstück zu berücksichtigen. Diese Angaben werden vom Hersteller vorgegeben. Zu den Aufstellvarianten ist zu sagen, dass dies dem Arbeitsbereich optimal angepasst werden muss. Somit kann hier keine allgemeine Aussage getroffen werden. Unter der Taktzeit versteht man die Summe der Bewegungszeiten addiert mit den einzelnen Prozesszeiten der Industrieroboter. Die Genauigkeit der Industrieroboter ist definiert nach nach ISO9283 und beschreibt wie genau ein Punkt mindestens wieder erreicht wird, wenn alle Achsen auf die gespeicherten Positionen gefahren werden. Die Versorgung von Energie mittels Signale, Pneumatik/Vakuum oder Flüssigkeiten muss natürlich individuell berücksichtigt werden. Und das letzte Auswahlkriterium sind die Umweltbedingungen. Wichtig ist hierbei die angebene Schutzart der Industrieroboter zu beachten. Diese sagt aus, welche Vorkehrungen getroffen werden müssen, um Beschädigungen der Industrieroboter zu vermeiden.

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